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Inhalt |
Inklusion beziehen sich auf die Einbindung verschiedener Akteure, Stakeholder und
„neuer“ Stimmen
(z.B. Expert:innen aus der Praxis, Bürger:innen, Verbraucher:innen, etc.) in den
FTI-Prozess und
betrachtet die zudem die Art, Regelmäßigkeit und Systematik dieser Einbindung.
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Verknüpfung zwischen Inklusion und anderen Dimensionen
Die Dimension der Inklusion ist ein zentraler Aspekt von RRI und kann als solcher
als mit allen bestehenden RRI-Dimensionen verbunden angesehen werden[4].
So besteht im Hinblick auf antizipierende Prozesse ein weitestgehender Konsens in
der Literatur, dass durch eine entsprechende Inklusion von verschiedenen Akteuren
und/oder der Öffentlichkeit gesellschaftlich wünschenswerte
Ergebnisse[4–6] ebenso antizipiert werden können wie mögliche
Risiken[7,8]. Gleichzeitig kann eine inklusive Prozessgestaltung auch
neue bzw.
alternative Pfade aufzeigen, mit denen gewünschte Einflüsse und Ergebnisse erzielt
werden können[7,9,10]. Neben der Antizipation wird der Inklusion auch
eine unterstützende Funktion im Hinblick auf reflektierende Prozesse bescheinigt,
wonach öffentlicher Dialog[11] sowie auch generell kollaborative
Konzepte[12] die Reflexivität steigern können. Dies wird insbesondere
durch eine verbesserte Möglichkeit zur Diskussion von Gegenstand und treibenden
Faktoren von Forschung und Innovation[10] erreicht. Im Hinblick auf die
Inklusionsdimension selbst erscheint ebenfalls eine Verknüpfung der Indikatoren als
naheliegend. Einerseits ist die Art des Stakeholdereinbezugs davon abhängig welche
Stakeholder einbezogen werden. So kann ein vertieftes Involvieren von Akteuren in
Diskussionen nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn auch tatsächlich relevante
und hinreichend unterschiedliche Akteure einbezogen werden. Gleichzeitig ist ein
regelmäßiger und systematischer Einbezug von Stakeholdern vor allem dann sinnvoll,
wenn auch die richtigen Stakeholder involviert sind und diese auch tatsächlich aktiv
in Diskussionen einbezogen werden. Außerdem kann die Verknüpfung von Inklusion und
Responsivität als wesentlich herausgestellt werden. Demnach ist Inklusion nur dann
als ‚Responsible‘ anzusehen, wenn auch eine direkte Verbindung zur Responsivität
hergestellt werden kann. Dies erscheint vor allem auch in der Hinsicht als logisch,
dass der Nutzen des erhaltenen Stakeholderinputs in hohem Maße auch davon abhängig
ist, wie mit dem Input und Feedback umgegangen und in wieweit dieses tatsächlich in
den weiteren Forschungsverlauf einbezogen wird. Entsprechend wird auch gesagt, dass
die Einbeziehung von Beiträgen verschiedener Personen in die F&I-Praktiken ist nicht
sehr wertvoll ist, wenn Meinungen und Feedback nicht aktiv eingeholt und vor allem
genutzt werden[3].
Mögliche Methoden zur Verbesserung der Inklusion
Die nachfolgende Auflistung gibt einen Überblick über Methoden zur Umsetzung von Inklusion in
Forschungsprojekten, welche in der Energieforschung eingesetzt werden. Sie soll als
Orientierung und Inspiration für die Verbesserung der Inklusion innerhalb eigener Projekte
dienen. (Auflistung basierend auf [21]).
- Bürgerjurys: Ein partizipativer Ansatz, bei dem eine Gruppe von Bürgern in einem
strukturierten Prozess ihre Meinungen und Empfehlungen zu einem bestimmten Thema abgibt.
- Citizen science: Eine Methode, bei der Bürger aktiv an wissenschaftlichen
Projekten teilnehmen und Daten sammeln, um Forschungsergebnisse zu unterstützen oder zu
generieren.
- Co-evolutionäre Ansätze: Ein Ansatz, bei dem Technologieentwicklung und
gesellschaftliche Veränderungen gemeinsam betrachtet werden, um die Wechselwirkungen
zwischen Technologie und Gesellschaft zu berücksichtigen.
- Constructive TA: Ein Ansatz, bei dem Wissenschaftler, Stakeholder und Experten
gemeinsam eine Technologie oder ein Produkt in einer frühen Entwicklungsphase bewerten
und Empfehlungen geben.
- Crowdsourcing: Einbindung einer breiten Masse von Personen zur Lösung von
Problemen oder zur Generierung von Ideen durch offene Aufrufe und die Nutzung von
Online-Plattformen.
- Deliberative mapping: Ein partizipativer Ansatz, bei dem die Teilnehmer gemeinsam
eine Karte oder einen Plan entwickeln und dabei verschiedene Optionen und Kriterien
diskutieren und abwägen.
- Deliberative polling: Ein partizipativer Ansatz, bei dem eine repräsentative
Gruppe von Bürgern sich im Rahmen eines strukturierten Prozesses über ein bestimmtes
Thema informiert und dann Empfehlungen abgibt.
- Fokusgruppen: Eine qualitative Forschungsmethode, bei der eine Gruppe von
Personen zu einem bestimmten Thema befragt wird, um deren Meinungen, Erfahrungen und
Einstellungen zu verstehen.
- Konsens-Konferenzen: Ein partizipativer Ansatz, bei dem eine Gruppe von
Teilnehmern gemeinsam Konsens zu einem bestimmten Thema erarbeitet.
- Multi-stakeholder partnerships: Partnerschaften zwischen verschiedenen Akteuren,
um gemeinsam Lösungen für komplexe Probleme zu finden und umzusetzen.
- Nutzerzentrierte Innovation: Ein Innovationsansatz, bei dem die Bedürfnisse und
Erfahrungen der Nutzer im Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses stehen.
- Open innovation: Ein Innovationsansatz, bei dem Unternehmen und Organisationen
externe Quellen nutzen, um Ideen und Technologien zu generieren oder weiterzuentwickeln.
- Open source innovation: Ein Innovationsansatz, bei dem eine Technologie oder ein
Produkt frei zugänglich gemacht wird, um die Zusammenarbeit und Innovation durch eine
breitere Gruppe von Entwicklern und Anwendern zu fördern.
- Participatory agenda setting: Partizipativer Ansatz zur Festlegung von
Forschungsagenden, bei dem unterschiedliche Interessengruppen einbezogen werden.
- Participatory TA: Partizipative Technologiebewertung, bei der verschiedene
Akteure und Perspektiven berücksichtigt werden.
- Partizipative Forschung: Ein Ansatz, bei dem Bürger oder Stakeholder aktiv in den
Forschungsprozess einbezogen werden, um deren Erfahrungen und Perspektiven zu
berücksichtigen.
- Partizipative Innovation: Ein Innovationsansatz, bei dem die Nutzer oder
Stakeholder aktiv in den Entwicklungsprozess einbezogen werden.
- Public/Stakeholders advisory: Einrichtung von Gremien, die die Einbeziehung von
öffentlichen Interessen und Perspektiven bei Forschungs- und Entscheidungsprozessen
sicherstellen sollen.
- Science shops: Eine Einrichtung, die Wissenschafts- und Technologieexpertise für
gemeinnützige Zwecke zugänglich macht, indem sie Bürgergruppen und gemeinnützigen
Organisationen kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen, Fachwissen und
Ressourcen ermöglicht.
- Upstream engagement: Partizipative Einbindung von Akteuren und Interessengruppen
in Forschungs- und Innovationsprozesse bereits in einem frühen Stadium.
Die nachfolgende Auflistung gibt einen Überblick über weitere Methoden zur Umsetzung von
Inklusion in Forschungsprojekten. Diese wurden im Review [21] zu angewandten
Inklusions-Methoden in der Energieforschung nicht explizit genannt, können aber dennoch
sinnvolle Optionen darstellen.
- Co-Design: Eine Methode, bei der Forscher:innen und Stakeholder:innen gemeinsam
ein Forschungsprojekt entwerfen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der
Stakeholder:innen berücksichtigt werden.
- Community-Based Participatory Research: eine Methode, bei der Forscher:innen und
Mitglieder der Gemeinschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam Forschungsfragen zu
entwickeln und das Forschungsprojekt durchzuführen.
- Culturally Responsive Research: Methode, bei der Forscher:innen die kulturellen
Hintergründe und Perspektiven der beteiligten Personen berücksichtigen, um
sicherzustellen, dass die Forschung für alle Beteiligten zugänglich und relevant ist.
- Empowerment Evaluation: Partizipativer Ansatz zur Bewertung von Programmen und
Projekten, bei dem die Teilnehmenden befähigt werden, ihre eigenen Ziele zu definieren,
Maßnahmen zu entwickeln und die Umsetzung zu bewerten.
- Intersectional Research: Methode, bei der die verschiedenen Formen der
Marginalisierung und Diskriminierung, die in der Forschung behandelt werden sollen,
berücksichtigt werden, um eine inklusive Forschungsumgebung zu schaffen.
- Participatory Action Research (PAR): Gemeinsame Forschung mit betroffenen
Gruppen, um deren Bedürfnisse und Perspektiven zu berücksichtigen und gemeinsam Lösungen
zu erarbeiten.